Der Plan 2017

Plan 2016 hat soweit ja erstmal ganz gut geklappt, mit einer etwaigen Erfolgsquote von 75%: Haus verkauft, Krempel verscheuert oder verschenkt, SY Luna gekauft und das Land verlassen. Tonga und Fiji besegelt und festgestellt, dass die Kurzen auf  See genauso viel streiten, aber mehr kotzen.

Mit einer noch immer nicht verkauften Baeckerei ist eben dies nun zunaechst unser hoechstes Ziel. Wir haben den Preis reduziert und versuchen Kontakt zu deutschen Baeckern aufzunehmen, die bereits in NZ Residenten Status haben. Leider ist eben jener potentielle Kaeuferkreis ziemlich begrenzt. In etwa an zwei Haenden abzaehlbar. Merke: Bei der naechsten Geschaeftsgruendung das branding nicht an eine Nation binden, die auf der anderen Seite des Globus zuhause ist!

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Jedoch selbst wenn sich kein Kaufwilliger finden sollte, wird unsere Broetchen-Backerei nur auf den Sommer begrenzt sein, denn wir wollen wieder segeln und auf Luna leben. Wenigstens waehrend es in NZ kalt, regnersich und ungemuetlich ist.

Es ist naemlich so, dass man sich im Leben sehr wohl die Rosinen rauspicken kann. Auch wenn zu erwachsen Gewordene uns staendig vom Gegenteil ueberzeugen wollen. Die Rosinen sind es doch, die aufwiegen, dass der Rest des Broetchens etwas fade schmeckt – also desto mehr davon, desto besser!

Wenn, dann

Wenn es uns dann doch gelingt die Baeckerei zu verkaufen, so wird sicherlich zweierlei eintreten: 1. ein echtes Gefuehl von Freiheit und von Ungebundenheit und damit die Moeglichkeit unbeeinflusst zu entscheiden was und wo und wie wir was wirklich wollen. Und 2. die grosse Panik, dass uns das Geld ausgeht und dass wir auf Grund von Konjunktur und Immobilienpreisen niemals wieder einen Fuss an Land kriegen werden,  und wir uns ergo von irgendeinem Wohltaeter Staat Almosen erbetteln werden muessen.

Der letzte Gedanke ist natuerlich eben jenes Denk-Muster, (oder sollte ich Angst-Muster sagen?) von dem wir uns gerne befreien wollen. Aber was hilft, wenn nicht segeln? Meditation? Yoga? Ayurvedische Ernaehrung? Psychotherapie? Die Angst ist so tief eingepflanzt und motiviert die Massen. Und auch uns. Ungern eingestanden.

Aber wir arbeiten dran. Miteinander, und am liebsten segelnder Weise.

Hoffentlich werden wir angstfrei genug sein um uns ein Jahr, oder gar ein einhalb Jahre, zu geben um die Fragen der Pubertaet nach dem Warum? dem Wie? und Wo? wieder aufzurollen um mit neuen Perspektiven und Einsichten unser Leben neu zu erfinden. Und um unseren Kurzen vorzuleben, dass wir in dieser Gesellschaft den groessten Luxus unser Eigen nennen – den Luxus entscheiden zu koennen.

Traeume

Vielleicht schaffen wir es die Sehnsucht nach Ferne, schaukeligen Naechten und defekten Marine Toiletten aus unserem Wunschrepertoir zu streichen, wenn das Bankkonto anfängt allzu laut zu schreien. In ein bis zwei Jahren vermutlich. Dann koennten wir Luna wieder gegen ein Stueck Land eintauschen. Huehner, Kaninchen, Schweine und ein großer Gemuesegarten- das fehlt auf See schon.

Aber wenn nicht? Dann segeln wir eben weiter, mit kleinen Stops um hier und da die Kasse aufzubessern. Und vielleicht bringen wir Luna sogar bis in ihren ‚Heimathafen‘ Hamburg.

Es soll ja gut sein, mehr Traeume zu haben, als die Realitaet zerstoeren kann. 🙂