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Fisch, Fisch, Fisch und Vanuatu

Oh, wie hatten wir es koestlich!!!

Nach zwei monatigen Reparaturen und Erneuerungen an unserem lieben Luna-Schiff war es am 06. Juli endlich soweit: es war nicht nur ein neuer Kuehlschrank installiert, saemtliche Navigations Elektronik, inklusive Hausbatterien, Inverter und Ladegeraet, neu, die Ankerwinsch rekonstruiert, hier und da ein bischen Instandhaltungs schweissen, neues Sturmsegel, neues Stag und neues Bimini….Luna war wieder hochseetuechtig UND endlich waren uns die Wettergoetter gnaedig. Wir warfen unsere Leinen los in Whangarei, NZ. Naechster Stop Vanuatu.

Die Vorhersage verprach erstmal eher Diesel schluckende, leichte Winde. Aber allemal besser als das unten abgebildete Szenario, welchem wir nur durch impromptu Schwanz-Einziehen am geplanten Abreisetag, eine Woche vorher, entkommen waren. Phew!

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Wider Erwarten blies ein netter Wind fuer uns, fast achterlich, und alsbald hing ein Fisch an der Angel. Skipjack Thunfisch. Diese kleinen, fetten Thunfische wuerden wir normalerweise lieber als Katzenfutter empfehlen, aber nach wochenlangem Fischentzug setzten wir das tranige Ding kurzer Hand auf die Speisekarte. Das kredenzte Sushi begeisterte nicht wirklich, was nicht nur an der Fischigkeit des Thunfisches lag, sondern auch dem etwas untergarten SushiReis zu verdanken war. Die Lorbeeren hierfuer ganz an meine Adresse.

Exkurs Kombuese

Kochen auf holperiger See ist nicht immer ganz einfach. Obgleich der Herd galvanisch aufgehaengt ist kann er nicht immer mit den abrupten Stossbewegungen des Segelgefaehrts mithalten. Und die Gasflamme hat von Galvanik noch nie was gehoert; verteilt ihre Hitze also immer geradezu gen Himmel – egal in welchem Winkel sich Topf oder Pfannen befinden.

Toll ist uebrigens auch Nudeln kochen. Man nehme wirklich nur die absolut notwendige Menge Wasser (weil Frischwasser bei uns an Bord ein Luxusgut ist), und fuelle dann eine ganze Packung Nudeln in den etwas zu kleinen Topf. Das schieflagen bedingte Ergebniss ist entweder stellenweise noch knusprig bissfest, oder aber stellenweise so zerkocht dass eine gallertartige Sosse den ganzen Schmaus begleitet. Und es waere verschwenderisch dekadent die fertigen Nudeln noch einmal mit Frischwasser zu spuelen. Bei uns an Bord ist Frischwasser zum trinken und zum Zaehne putzen da. Alles andere wird mit Salzwasser erledigt. Naja, bis auf die Klospuelung. Die benutzt auch Frischwasser.  🙂

Bescheuert, oder? Wir waschen uns selbst mit Salzwasser, aber das Haeuflein wird mit Trinkwasser Qualitaet durchs Rohr gejagt.

A.d.R.: Wir haben weder das aktuelle Toilettensystem auf Luna installiert, noch den Ueberlebens Entsalzer, der 6 Liter pro Stunde entsalzt. Also auch nur, wenn wir nicht zu schnell segeln, und wenn wir glasklares Blauwasser unterm Kiel haben. Sonst naemlich garnicht.

Der Vorbesitzer ist wohl mit einigen Leuten weniger an Bord gesegelt.

Aber zurueck zu unsrem Fisch Reichtum

Als das medium leckere Sushi verdaut war, kam das grosse Glueck zu uns. Ein Albacore Thunfisch biss an und somit gab es endlich auch Sashimi zum satt essen. Und nochmal Sushi; der Reis diesmal ein kleines  besser gelungen, aber der Fisch um Meilen koestlicher! Gleich am naechsten Morgen, als der Kuehlschrank noch voller Fisch war, noch ein Albacore. Ein etwas kleinerer und dieser an Kians ganz personelicher Kleinangel. Da war jemand stolz! Auf Grund des Ueberflusses warfen wir diesen, noch lebendig, schnell wieder in die Wogen.

Der grosse Yellow Fin Thunfisch biss erst an als wir, nach einer Trawl Pause von einem guten Tag, und gleichzeitigem neu erstellten Fisch-Verzehr-Rekord, die Angeln wieder hinteran zogen. Unsere Fischwaage konnte kein Gewicht mehr feststellen und Ron hatte Probleme den Oschi hochzuhieven. Die Waage hatte ihr Limit von 28 Kilo erreicht, voll am Anschlag. Woohooo!

26464C2D-055F-47E2-93B1-90E056CDD6E0.jpegAb sofort wurden Saettigungsbeilagen zu unseren Mahlzeiten gestrichen und mit noch mehr Thunfisch ersetzt. Herrlich! Thunfisch gebraten mit Salat, Thunfisch mit gebratenem Gemuese, Thunfisch in Lolo (Kokossahne), Sashimi, Sushi, Thunfisch eingepoekelt im Glass (a la Bismark) und Thunfisch Dip. Ausserdem kochten wir ein was das Zeug haelt, so dass die Bilgen rappelvoll sind mit bestem Futter fuer kommende fischarme Zeiten.

Kian fand voller Entzuecken auch noch ein paar fliegende Fische, und erstmalig auch ein paar kleine Squid, an Deck. Nach rauheren Naechten weiss er, dass es sich oft lohnt einen Spaziergang ueber das Deck zu machen um nach Beute Ausschau zu halten.F7737ED8-A6B4-4D99-998C-6CC91E6A8372.jpeg

Ein traumhafter Anfang der Segel- und Fischsaison. und vielleicht werde ich mir in diesem Jahr all die kleinen schnippischen Kommentare bezueglich viel zu teurer Angelausruestung verkneifen koennen. Besser waer das.

Ein Kommentar zu „Fisch, Fisch, Fisch und Vanuatu

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