Gedanken · Segeln mit Kindern

Fiji

Stereotyp

Wir wollten nie nach Fiji. Ich wollte auf garkeinen Fall nach Fiji. Wegen des Massentourismus‘. So naemlich dachte ich mir das: Resort and Resort, alle aufgereiht an weißem Sandstrand. Dahinter die hübsch grünen Berge, durchzogen von malerischen Wasserfaellen, an denen die Touristen Busse Halt machen. Tatsaechlich war meine Vorstellung von Fiji inspiriert von der in jedem Reisebuero gegenwärtigen Fiji Bebilderung, und da ja bekanntlich so gut wie jeder Neuseelaender regelmaessig nach Fiji fliegt und jeder wohlhabende Europaeer seinen Tauchurlaub hier verbringt, hatten wir kein Beduerfniss mich den Massen anzuschließen. Breit ausgetretene Touri-Pfade sind naemlich eigentlich nicht so unser Ding.

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Ueberraschung

In Tonga gingen uns dann aber langsam die Wasserfilter fuer den Wasseraufbereiter zur Neige und das Schokoladen Schubfach war leer. Gähnend leer. Fiji lockte mit Bootsausstattern und gut bestückten Supermaerkten, die Passatwinde wehten aus einer fuer uns günstigen Richtung und es lockte das Wiedersehen mit ein paar befreundeten Booten. Also los, selber gucken! 

Welch positive Ueberraschungen man erleben kann, wenn man ohne Erwartung ist! Nach zwei Wochen Fiji hörte ich mich zu Ron sagen: „Hier könnte ich fuer immer bleiben“…

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Wir haben in Savusavu eingecheckt und sind dann im Nordosten gesegelt. Die Inseln Taveuni und Rabi waren unsere Lieblings Spielplaetze, auf denen wir atemberaubende Vegetation und Urwald sahen, die lustigsten Bustouren unserer Leben unternahmen, traumhaft schnorchelten, verlassene Bilderbuch Straende besuchten und vorallem, vorallem, vorallem die freundlich chaotische lebensbejahende Art der Fijianer kennenlernten. Auf Rabi leben Nachkommen der von Banabas (Republik Kiribati) umgesiedelten Landsleute, die vor ueber 50 Jahren ihre Heimatinsel verlassen mussten, damit Kunstduenger zugunsten der Interessen der westlichen Welt abgebaut werden konnte. Wir haben noch nie ein Volk getroffen, das so viel lacht. So laut und herzlich und kollektiv. Erstaunlich – vorallem ob der erlebten Geschichte.

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Bula!

Eigentlich alle Menschen, die uns begegneten in Fiji begrüßten uns und die Kurzen mit herzlichstem „Bula!“. Und zwar so freundlich, dass die sonst eher wortkargen Kurzen bald mit noch laustaerkerem „Bula!“ konterten.

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Alle Gespräche die wir führten waren voller Interesse und Aufrichtigkeit, und ungemeinem Frohsinn. 

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Blond

Lediglich das überragende Inetersse an den blonden Haaren, vorallem an denen von klein Kiki und Mona, war etwas anstrengend. Beide waren nicht begeistert vom ewigen Angefasst werden und Kian flüchtete sich einige Male in meine Arme, um nicht von einer anderen Mama unfreiwillig geknuddelt zu werden. Huete und weggebundene Haare halfen ganz gut gegen Fremdkuschelei – und Sonne. 

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Der von mir befürchtete Massentourismus spielt sich scheinbar eher im regenarmen Westen ab. Jedoch auch dort – so wurde uns glaubhaft von segelnden Seiten bestätigt- gäbe es noch genügend Inseln, die unbetroffen und unglaublich schoen und ursprünglich seien. Die meisten, zum Glueck, nur per Privatem Boot zu erreichen.

Nach der Sommersaison, in der wir wieder Brot und Brötchen in der leckersten 😉 Baeckerei Neuseelands backen (www.thegermanbakery.co.nz) , steht Fiji ganz sicher wieder mit auf dem Programm. Vielleicht wagen wir uns sogar in den Westen.

Hier noch eine Episode, die ich in Fiji geschrieben habe, aber noch nicht veroeffentlicht hatte.

Und nun?

Wieder im kalten und windigen Neuseeland haben wir bereits unsere Baeckerei wieder eroeffnet. Und erfreulicherweise hat man uns nicht vergessen. An dem derzeitigen langen Wochenende Labourweekend, hat man uns schon zwei Mal komplett den ganzen Laden leer gefressen . Ooops, pardon me! Ausverkauft wollte ich sagen. Das heisst ein paar Stunden frueher aufstehen fuer Ron, aber es heisst auch, dass das noetige Kleingeld wieder klimpert. Gut so, denn wir wollen noch ein paar Segel und ein bischen neue Elektronik fuer Luna kaufen. Und ein bischen was schweissen lassen.  Und den Rumpf komplett neu streichen. Wir haben also Kleingeld bitter noetig.

Derweil haben wir das geliebte Boot an eine Mooring verbannt und wir hueten bei Freunden das Haus. Und den Pool, und den Spa Pool – wir leiden also keine Not. Doch auch diese Freunde werden von ihren Reisen heimkehren und wir suchen derzeit nach einer Unterkunft fuer den Sommer. Grosser Wohnwagen? Container? Haeuschen?

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Oder gelingt es uns doch noch die Baeckerei zu verkaufen? Es gibt zur Zeit ein paar Interessenten und die Hoffnung stirbt zuletzt.

Was waere wenn?

Wenn wir verkaufen sollten, moechten wir gerne weitersegeln. Wo und wohin ist erstmal irrelevant, obgleich unsere Liste von Lieblingszielen staendig waechst. Wichtig waere, einmal ohne Bindung an Materielles und ohne Verpflichtung zu Orten das Leben in Freiheit zu betrachten um zurueckzukehren zu den alten immer noch unbeantworteten Fragen: „Was ist der Sinn?“ und „Was will ich wirklich?“.

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Ich kann’s kaum abwarten.

 

 

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