Kulinarik · Segeln mit Kindern

Malo aupito, Vava’u!

Oooh, Vava’u, dein Ueberfluss hat uns verzaubert! Malo aupito und Dankeschoen!

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Wir leben in dieser noerdlichen Inselgruppe des Koenigreiches wie die Maden im Speck. Oder wie der Kaefer im Kohl, oder wie die Haeschen in den Rueben. Alles ist ja relativ – vor allem nachdem man in den sonst wirklich zauberhaften Ha’apais hat hungern muessen ;). Der Markt hier ist ein Hochgenuss fuer unsere hungrigen Nasen und Gaumen, und dann fand auch noch die vielleicht wunderbarste Veranstaltung des ganzen Jahres statt, als wir uns gerade in diesen Gewaessern aufhielten: die jährliche landwirtschaftliche Messe. Ein lukullisches Fest, gewissermaßen. 

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Kulinarik, endlich!

Der Koenig war auch da, aber dies nur am Rande. 

Viel bedeutender fanden wir das ausgestellte und feil gebotene Essen. ‚Otai (ein tonganisches Erfrischungsgetraenk aus Wassermelone und Kokosnusssahne. Hier serviert mit ein wenig Mango darin. WOW!) haben wir literweise in uns hineingeschuettet. Es gab Lamm und Schwein vom Grill, verschieden mariniert, reichlich fettig, aber ganz und gar köstlich und zart. Und Zimtbroetchen und Kokosnascherls UND frisches Gemuese im UEbERFLUSS. Es war so schön!

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Sogar Mandarinen haben wir erstanden, die zwar Wuermer hatten, aber trotzdem haben wir uns gefreut- waehrend des Kaufens. Es gab Kuerbis und Suesskartoffeln und Moehren und Auberginen, Salat und Ananas und sogar Basilikum und Dill. Es gab die wohl größten Manioks des Koenigreiches. Auch ganz viele ganz schlecht gekuehlte Meerestiere und die Besorgnis erregendsten Toiletten, denen ich jemals in einer oeffentlichen Bildungsanstalt begegnet bin. 

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Aber wir Deutschen finden ja auch immer was zu meckern. Oder? 

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Die netten geflochtenen und gewebten Matten, die hübschen Blumenbouquets und Tralala haben Lina und Mona in Ekstase versetzt und ich würde genötigt viel zu viele Photos zu machen (Ein herzliches Dankeschoen an dieser Stelle an den Erfinder der digitalen, leicht loeschbaren Fotografie!). Es gab Limonade in Plastiktueten und wir haben Vanillebohnen bestaunt, und die mit ihnen gewuerzten Bonschis verschlungen; und wir haben eine wunderbare Jugendorganisation entdeckt, die in mühsamer Handarbeit Kokosoel herstellt und ein Gruenhaus voller Kraeuter ihr Eigen nennt. Da haben wir gleich 20liter Oel und eine ganze Einkaufstasche voll Basilikum gekauft. Lecker, gesund und super preiswert!

Als der Koenig endlich auftrat waren wir so pappensatt und besorgt dass er unserer nackten europäischen weißen Beine nicht gutheissen würde, dass wir nach einem schnellen Blick auf ihn und sein Gefolge durch Neiafu’s schlammbesudelte, von Schweinen bewohnte Straßen wieder gen Dinghydock trotteten. So ein gelungener Tag! Alle gluecklich – erst das Heim laufen wurde benoergelt .

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Seglerparadies mit Vorsicht zu geniessen

Vava’u bewirbt sich selbst als Segler-Paradies und in gewissen Maße stimmt das schon. Der nächste Ankerplatz ist nie weit weg und egal woher der Wind weht, es gibt immer eine geschützte Ecke, irgendwo. Das Wasser ist meist tief und die Riffe gut kartiert- bis auf diesen einen Fehler in ‚Navionics‘ (digitale Seekarten), der uns wahrscheinlich den Kiel gekostet hätte. Haette Ron nicht so unmissverständlich „RUECKWAERTSGAAAANG!!!!“ vom Vordeck gebrüllt, hätte ich Luna mit einigen Knoten Geschwindigkeit direkt auf ein Riff gesetzt, welches laut Karte seinen Eingang an eben dieser Stelle haben sollte. Gut, dass wir altbacken und misstrauisch sind und uns immer wieder auf unsere Sinne besinnen. Die neumodischen Technologien, die Seglern heute zur Verfuegung stehen, sind erstaunlich und helfen uns immens, aber wer sich voll auf sie verlaesst mag schnell auf dem Meeresgrund landen. Und dennoch, mal ganz ehrlich, ohne den digitalen Klimbim haetten wir uns diese Reise wahrscheinlich nicht zugetraut. Nicht ohne Grund sind wir gerade etwas in Sorge um unseren neuerdings nur noch manchmal funktionierenden Tiefenmesser.

Die vergleichsweise hohen vulkanischen Inseln der Vava’u Gruppe sind herrlich anzusehen und schützen vor starken Winden. Das südliche Riff haelt den Schwell innerhalb der Inselgruppe so gering, dass man meist eher das Gefuehl hat auf der Alster zu segeln, als im Pazifik; Die Menschen sind unbeschreiblich hilfsbereit und herzlich und kinderfreundlich. Was will man mehr? – Nichts eigentlich. Uns geht es rundum gut. 

Schade nur…

…ist, dass die Straende voller Muell liegen und die Korallen irgendwie tot sind. Großflächig und hauptsächlich. Wir sammeln Muell, wo wir können und bringen ihn in die Stadt, nach Neiafu. Wie und ob dieser dann weiter behandelt und umweltfreundlich gehandhabt wird – anstatt einfach unter offenem Himmel verbrannt und dann begraben zu werden- konnte uns noch niemand optimistisch bestätigen.  Einfach liegen lassen können wir es aber nicht. Komisch eigentlich, dass das anderen so leicht fällt. 

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Es ist nie zu spät

Die Unterwasserwelt ist nicht annähernd so bezaubernd wie in weiten Regionen der Ha’apais. Die Erklaerungen fuer den Zustand des Riffes rangieren von Zyklonschaeden, ueber Plastik Verschmutzung bis hin zu Seegurken Ueberfischung. Irgendwie leuchtet nichts komplett ein und vielleicht ist das Oekosystem zu komplex um von Laien wie uns verstanden zu werden. Vielleicht braucht es aber auch nur ein paar mehr Laien wie uns, die bei ihren Strandgaengen immer eine Muelltute mit sich führen und – ganz klein – das tun, was sie können.

Wenn jeder von uns ein kleines Teilchen zurechtrückt, dann können wir das Puzzle schnell zu einem guterhaltenen Bild zusammenfügen. Nennt mich Hippie und Traumtaenzer, aber diese Hoffnung lasse ich mir nicht nehmen!

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