Elternschaft · Segeln mit Kindern

Debbie, Cook und Alles ueber Bord

Wir haben Debbie und Cook ueberstanden und, dank unserer regenreichen Zeit in Whangamata und des damit verbundenen intensiv Studiums all unserer Lecks, sogar denkbar trocken – wenigstens unter Deck. Von starken Winden haben wir auch nicht wirklich etwas gemerkt; gut versteckt in Port Fitzroy auf Great Barrier Island waehrend Debbie tobte und Zyklon Cook verschonte uns in der Bay of Islands quasi komplett. Phew!

Smokehouse Bay

Great Barrier Island hatte uns schon bei unserem ersten Besuch in seinen Bann gezogen, so dass wir nach einem kleinen, aber unglaublich teuren, Ausruestungs-Stop (ein paar neue Teile fuer den Motor, ein neues Stackpack (UV dichte Verpackung fuer’s Grossegel) und eine kleine Korrektur an unserer Genua, Dichtungsringe fuer den Entsalzer, Monster Einkauf bei Supermarkt Gigant Pack’n Save, u.ae.) in Whangarei wieder hierher zurueck segelten.

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Port Fitzroy erinnert mich an Schweden und Ron an Norwegen mit seinen vielen kleinen Buchten, Inseln und Fjorden. In unserer Lieblingsbucht hat die freundliche Webster Familie eine Raeucherhuette gebaut, eine Waschecke und ein Badezimmer. Mit Hilfe eines kleinen Holzofens kann man hier fliessendes Wasser fuer eine Dusche oder ein Bad heiss machen. Nach Monaten endlich mal wieder eine Badewanne!!! Ausserdem gibt es einen grossen Feuerplatz, Kompost Toiletten und gaanz viele gaaanz tolle Schaukeln. Einer der alten Websters war ein begeisterter Segler und er hat dieses Stueck Land gekauft um es allen Seglern zur Nutzung zu Verfuegung zu stellen. Was fuer eine coole gute Tat! Soetwas solllte sich jeder Fahrtensegler auf seine To-do Liste fuers Alter setzen. Ich habe das bereits erledigt, das auf die Liste setzen – Finanzierung allerdings noch offen.

Alles seekrank

Weil die Sonne sich ziemlich hat bitten lassen mussten wir ab und an unseren Motor laufen lassen um genuegend Strom zur Verfuegug zu haben – vor allem fuer Regentage und deren Karaoke Szenarien. ‚Mama, mach den Motor aus, davon werd ich seekrank!‘ Aha. Vor Anker, in einer geschuetzen Bucht. Kein Schwell und die Maschine im Leerlauf. Klar.

Die Seekrankheit ist bei unseren Kurzen nun ein allgegenwaertiges Phenomaen…’Von DEN Keksen werde ich seekrank. Kann ich lieber einen Bonschie?’  Sogar bestimmten Kleidungsstuecken wird neuerdings nachgesagt, dass sie seekrank machen. Und dass Schwimmwesten eben dieses tun wird ja wohl schon lange jedem einleuchten.

Hmmm. Immerhin scheint die echte Seekrankheit der imaginaeren Platz gemacht zu haben. Koennte schlimmer sein.

Alles ueber Bord

Schlimmer z.b. ist Kians neuester Schmeiss-Drang. Ueber-bord-Schmeiss-Drang….grummelgrummelgrummel.

Ich glaube ganz fest, dass alle Kinder Erkundungs-Draenge, Spiel-Zwaenge, oder wie auch immer die Fachwelt sie wohl nennen moege, durchlaufen. Und keiner wird diese Kinder (oder sollte sie) stoppen. Alle Kinder huepfen, alle Kinder wirbeln, alle Kinder rennen, alle Kinder werfen, sortieren, zerstoeren, transformieren und noch vieles mehr. Und sie tun diese Dinge um zu lernen und ihr Drang zu lernen ist so zwanghaft, dass es fast unmoeglich ist sie zu stoppen. Manche Eltern und Erzieher schaffen es doch und tragen zu traurigen Statistiken bei, aber der Druck auf das Kind muss enorm sein. Unsere Kurzen leben ihre Zwaenge (und Neurosen, hihi) in unterschiedlicher Intensitaet aus. Kian laesst sich leider nicht so gern auf spaeter vertroesten und wenn er schmeissen will, dann tut er das. Bisher zeigt die Bilanz einen Teller, eine Hand-Angel, ein paar neue glitzer Badelatschen von Lina, einen Kaffeebecher – der leider vor seinem Untergang auch noch am Beiboot Aussenborder zerschellte -, ein Lieblings Feen Glas von Mona, einige kleine Koederfische von Ron, einen Putzschwamm, Linas Playmobil Igel und wahrscheinlich noch mehr bisher Unbemerktes.

Collage_Fotor3Ich habe ihm schon zwei Mal damit gedroht ihn hinterher zu schmeissen, das naemlich war stets die Antwort meines Vaters auf solches Verhalten meinerseits. Zum Glueck erinnere ich mich dann aber immer wieder daran, dass diese Art der Paedagogik sehr kurze Beine hat und am Ziel total vorbei schiesst.

Um den Familienfrieden zu gewaehren und den Kurzen in seinem Lernen nicht zu behindern haben wir ihm eine neue Adresse geschaffen: Kiki hat nun ein grosse Puetz (Eimer, seemaennisch) auf Deck stehen, die wir, immer wenn die Umstaende es erlauben, mit kleinen Steinen fuellen. Und dann stehen meist auch die zwei Maedchen mit ihm an der Reling und alle schmeissen was das Zeug haelt.

Ich hoffe derweil, dass Kian das physikalische Gesetz, oder was immer er erkundet, bald fertig erkundet hat und halte alle iphones, Schluessel und andere Wertsachen vorlaeufig unter Deck und unter strengem Verschluss.

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Auf die Plaetze, fertig, los!

Nun troedeln wir noch ein bischen in der Bay of Islands herum; segeln, fischen, baden – neuerdings wieder im Neo, es ist spuerbar Herbst – und ruesten uns und Luna fuer einen grossen Schritt ausserhalb unserer Komfortzone: Die Ueberfahrt nach Tonga im Mai. Ahoi!

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