Elternschaft · Segeln mit Kindern

Nobody’s faster than disaster

Wir sind unterwegs, die Leinen sind los und das meiste ist einfach grossartig. Die Delphine, die Straende, das viele Baden und angeln und wieviel wir singen, Kekse backen und uns Geschichten erzaehlen.

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Seebeine

Auch Luna ist grossartig und wir lieben sie von Tag zu Tag mehr, und es scheint, als ob den Kurzen langsam die Seebeine gewachsen sind, denn lange gab es keine kotzenden Kinder mehr.

Das aber sollte ich vielleicht, um bei der Ehrlichkeit zu bleiben, in Relation stellen: Nur weil sie nicht kotzen heisst das nicht, dass sie nicht jammern. ‚Wann sind wir daaaa?‘ ‚Uuuaehh, das schaukelt sooo!‘ ‚Mamaaaa, was koennen wir jetzt machen?‘ sind die verbalisierten Toene. Vieles ist garnicht in Wortform verpackt, sondern hat etwas mit Urwaldgejammere gemein. Schwer zu beschreiben.

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Ron professionalisieren uns darin verbale Entertainer zu werden, mit hohem interaktiven Faktor. Manchmal erzaehlen wir einfach nur ausgedachte Geschichten, manchmal auch wahre; wir denken uns einfache Mathe Spiele aus, oder ueben zu reimen. Oft singen wir zusammen, oder aneinander vorbei – auch alles ausgedacht, denn neu muss es sein, damit es genug ablenkt um die Seekrankheit zu besiegen. Oder eben den Jammerlappen.

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Was echt doof war…

…war die letzte Woche. 6 Naechte, ja SECHS, haben wir in der Whangamata Marina verbracht. Das hat uns nicht nur horrendes Geld gekostet, sondern auch so dermassen die Laune vermiest, dass ich, wenigstens, ab und an den Gedanken aufkeimen sah:“Boot verkaufen, Haus kaufen, neuen Gemuesegarten anlegen – ach, wie waer das fein!!!“. Wir haben uns die Zeit vertrieben mit Koerpermalereien und Baden im vollgeregneten Schlauchboot. Obwohl ICH es auch tierisch kalt fand. Aber ich bin in dieser Familie kein Mass Stab.

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Es hat jeden Tag wie aus Eimern geregnet. Ungelogen. Und es hat auch ganz fies gepustet. Das war ueberhaupt der Grund, weshalb wir uns in dieser Marina versteckt hielten. Die Vorhersage lautete meist so um die 40 Knoten.

Ein Segler, den wir bei den Waschmaschinen und Trocknern kennenlernten, wusch und trocknete was das Zeug hielt. Er war naemlich bei den vorhergesagten 40 Knoten rausgefahren und hatte mit 60 Knoten und Boen um 90 zu tun. Sein Boot ist zweimal quergeschlagen (den Mast aufs Wasser gedrueckt, von vertikal in die horizontale) und er selbst sagte, dass er zwischendurch nicht dachte, dass er es wieder an Land schaffen wuerde. Grusel, grusel, grusel!!! Und vielleicht mehr Glueck als Verstand gehabt?

Das Wetter und seine Vorhersagen sind irgendwie unzuverlaessig. Das sind wir in Neuseeland zwar gewohnt, aber es laesst uns mit viel Bedacht entscheiden wo wir wann hinsegeln. Entgegen ueblicher Seglermanier kehren wir auch um, wenn uns das tatsaechliche Wetter nach 1/3 des Toerns nicht gefaellt. Schoenwettersegler eben.

Nobody is faster than disaster

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Cooles Poster von Maritime NZ in dem Versuch mehr Leute dazu zu animieren ihre Schwimmwesten auch zu tragen, aber auch sonst einfach so wahr.

Wir sind offensichtlich keine wirklichen Sicherheitsfanatiker (oder ist bisher der Eindruck entstanden?), aber das Wohl unserer Kinder, unser eigenes und Lunas’ liegen uns schwer am Herzen. Unsere Reling ist komplett mit Lifenetz umspannt, Ron und ich tragen sauteure und saugute Spinlock Schwimmwesten, wenn wir unterwegs sind und das Wetter auffrischt. Wir sind Wetterprognosen-suechtig und holen uns Info von vier verschiedenen Wetterfroeschen, wenn im Zweifel; und wenn dann immernoch im Zweifel bleiben wir lieber an unserem besten und staerksten und zuverlaessigsten Anker der Welt liegen (ein Schmuckstueck von einem Rocna), eingekuschelt in eine geschuetzte Bucht und troedeln dort lieber noch ein paar Tage herum.

Die drei Kurzen folgen auf Luna mehr Regeln als wahrscheinlich je zuvor in ihrem Leben. Z.B. darf keiner von ihnen das sichere Cockpit verlassen, wenn wir unterwegs sind ohne eine Schwimmweste anzuhaben. Das gilt auch bei glatter See und Sonnenschein. Und beim Spielen auf dem Steg.

Neuerdings kriege ich von Kian eine voll artikulierte Antwort, wenn ich ihn an die Schwimmwesten Regeln erinnere: „Stinky Mama!“ Aber anziehen tut er sie dann doch.

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Unser Freund der Entfeuchter

In all dem ertragenen Regen haben wir nun hoffentlich auch saemtliche Lecks an Bord detektiert und werden uns in Baelde mit ihrem Abdichten befassen. Und wir wissen nun auch dass unser Entfeuchter ganz gute Dienste leistet, wenn Not am Mann ist. Das Abdichten wird einige Zeit in Anspruch nehmen, da wir die Vermutung haben dass das meiste Wasser durch schlecht abgedichtete Schraubloecher drueckt. D.h. wir werden vieles unserer Deckausruestung, wie Winschen, Traveller etc. abbauen und neu verschrauben muessen um die Miesetaeter am Schlawittchen zu packen. Oder weiterhin die Freundschaft mit unserem Entfeuchter pflegen…

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Seit heute scheint aber auf Luna erstmal wieder die Sonne. Wir liegen vor Anker in der Mercury Bay vor Cooks Beach und troedeln in den Tag hinein. Ein bischen wandern, ein bischen angeln, ein bischen baden und ein von Lina angekuendigter Sandburgen Wettbewerb stehen auf der Tagesordnung. Sonst nichts.

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