Segeln mit Kindern

Seekrank ins Paradies

Die heiligen Feste sind hinter uns, der Stollen aus der besten Baeckerei Neuseelands (link: www.thegermanbakery.co.nz) fast aufgegessen und wir erwachen ganz unverkatert – weil wir ja nunmal Eltern sind – am Neujahrsmorgen auf. Wind, Wellen und Sonne meinen es gut mit uns, also: ‚Auf! Auf! Das Meer ruft!’.

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Endlich blaest es mal nicht mit 35 Knoten und zeitgleich hat Ron auch noch drei freie Tage vor sich. Wir segeln nach Mayor Island, 21 Meilen vor der Kueste Taurangas. Eine Taufe, eine Weihung und eine Mutprobe. Fuer uns jedenfalls.

Ablegemanoever

Das Ablegen bei stehender Tide hat mal wieder ueberraschender Weise recht gut geklappt – unter anderen Umstaenden bewegen wir Luna naemlich nicht aus ihrem Liegeplatz. Die Marina in der wir liegen hat 5 Knoten Stroemung und Luna einen RIESEN Kiel. Da nuetzen selbst 100 Pferdestaerken am Propeller nicht viel. Kian schlief und die zwei Maedels standen sofort in ihren Schwimmwesten zum helfen bereit. Diesmal sogar ohne wildes: „Mama, wir brauchen hier den Fender!!!“ Geschrei. Sehr elegant also. Kaum ein Nachbar hat geguckt. Phew! Und mit mehr Uebung legt sich auch mein hektisches Herzklopfen bei diesem Prozess. Scheint abzufaerben auf die Kinder. Die neuerworbene Ruhe, meine ich.

Seekrank mal drei

ABER dann verliessen wir den geschuetzten Tauranga Harbour und ein wenig Schwell kam auf. 15 Knoten Wind, fast von vorn. Moderate See. Ziemlich schnell hatten sich alle drei Kurzen einmal uebergeben. Lina mit ziemlich langem jaulenden Vorlauf und der Mitteilung, dass sie von nun an nicht mehr auf Luna wohnen moege.

Zwei Stunden Schlaf spaeter waren wieder alle wohlauf und waren begeistert von den Delphinen, die uns begleiteten. Kian hat sich gar zu seinem ersten vollstaendigen Satz hinreissen lassen: „Iina, Phine da in water! Bingen!“ Das soll heissen: „Lina, Delphine sind da im Wasser und die springen!“. Ron und ich waren also auch ganz ausser uns. 🙂

Tuhua

Tuhua (Mayor Island) ist ein kleines Paradies mit glasklarem Wasser, vielen Fischen, schroffen Felsen und vulkanischen Straenden. Ein Maori Trust haelt schuetzend seine Hand ueber dieses kleine Refugium und die Insel wird nicht bewirtschaftet; sie darf einfach nur sein, und mit ihr eine erstaunliche Artenvielfalt an Voegeln, sowie auch die vom Aussterben bedrohte Urechse Tuatara. Locker haetten wir hier eine Woche bleiben koennen, aber eine fiese Front brachte jede Menge Regen am dritten Tag und die beste Baeckerei Neuseelands verlangt auch wieder nach ihrem Baecker. Leider immer noch. Potentielle Kaeufer, bitte melden!

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Ja! Ja! Genau das!

Unser erster Offshore Trip hat uns gezeigt, dass es genau das ist, was wir wollen: dieses Leben. Nicht unbedingt kotzende und leidende Kinder, aber alles andere was wir erlebt haben. Auch hier scheint eben nicht immer nur die Sonne. Die Resilienz, mit der alle drei ihre Tiefpunkte gemeistert haben, aber, laesst mich den Hut ziehen. Und als ich heute das Angebot von Freunden ihr Haus fuer zwei Wochen zu hueten an den Familienrat weitergab, schrien alle Kurzen dass sie doch nicht unsere Luna alleine lassen wuerden.

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Kinder durchleben, verarbeiten und lassen zurueck – den Blick nach vorne gerichtet. Da kann sich manch ein Langer eine Scheibe von abschneiden.

2017 wird super. Ich freu mich drauf!

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