Segeln mit Kindern

Was kost‘ die Welt? Oder: Wie wir uns das leisten koennen…

Alles loslassen, ein Boot kaufen, lossegeln und nicht zurueckschauen. Das ist unser Plan. Und wir hoffen, dass es lange waehre – und das Bankkonto mitmacht.

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Kostenpunkt: unbekannt

Wie wir uns das leisten koennen? – Ja, ob, und wie lange, wissen wir ja selbst noch nicht so genau … Wir verkaufen alles. Haus, Geschaeft, Autos, Moebel. Alles, bis auf ein paar kleine Kisten mit emotionalem Gedaengsel, dei wir bei einem Freund einlagern koennen. Und mit etwas Optimismus, Sparsamkeit und den richtigen Prioritaeten in Kopf und Herz kann eigentlich nicht viel schief gehen. Ausser, dass wir bereits nach einem Sommer komplett blank sind, und uns wieder unter das arbeitnehmende Volk mischen muessen.

Voranschlag

Wir hoffen, dass wir mit einem monatlichen Budget von $2750 auskommen werden, Kosten fuer’s Boot inbegriffen. Ohne Strom-, Telefon- und Frisoerrechnung muessten wir ganz gut hinkommen; wenn wir viel ankern und nicht viel Kostspieliges kaputt geht.

Ich bin Tochter von Herrn Super-Knauser und es gibt mir kaum grossere Freude als ein gutes Schnaeppchen. Wer wenig arbeiten will, muss dem Geld eine laengere Halbwertzeit verpassen.

Hier 8 meiner Lieblings Strategien zum efolgreichen Pfennigfuchsen:

1. Jaeger und Sammler… 

in unseren fruchtbaren Breiten liegt das Essen geradezu auf der Strasse – oder waechst in Nachbars Garten. Und wenn der das Fallobst vergammeln laesst, dann stehen wir sofort auf der Matte und klopfen freundlich an. Wir verarbeiten in unserer kleinen Kueche ganze Schubkarren Ladungen von Aepfeln, Pflaumen, Zitrusfruechten, Beeren und Nuessen. Essbare Kraeuter und Unkraeuter wachsen wild auf den meisten Wiesen und tragen bei zu Salaten und Smoothies. Ein gutes Identifikationsbuch ist natuerlich super wichtig.

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Ron geht fischen und manchmal jagen. Fuers Boot will er sich eine Harpune anschaffen. Und noch mehr Angeln, und Haken und Koeder und Messer, und Taschenlampen, und, und, und…Au Backe, Kaufrausch! (Memorandum: Rons Kreditkarte streng ueberwachen!)

2. Innere Werte…

Unser Aussehen ist uns nicht egal. Aber es ist uns doch viel egaler als es einmal war, als wir noch in Hamburg oder Wien wohnten. In Neuseeland gehen manche Leute im Piyama in den Supermarkt. Jogginghosen sind hier Salonfaehig. Und wer Schuhe traegt, macht echt was her. Wir tragen meist Badelatschen, Gummistiefel oder Birkenstock und zaehlen eigentlich immer zu den besser bekleideten. Ha!

3. Gebraucht tut’s auch…

2nd HandLaeden, Auktionen, Flohmaerkte, Garagesales. Fuer Lina und Mona ist das die normalste Art des Einkaufs. Und die Schoenste. Mama sagt ganz selten: „Nee, das ist zu teuer.“ Und sie duerfen immer selber aussuchen – mit ganz zart eingebrachter Beratung meinerseits. Oft ist die Beute eine prall gefuellte Plastik Tuete. Darin: eine neue Klamotte fuer jedes Familienmitglied. Kostenpunkt: $5. Ein paar Socken in einem normalen Warenhaus kosten mehr. LOVE it!

4. Kleine Raeume…

Wir verkleinern uns von einem 80sqm Haus auf weniger als die Haelfte. Weit aus weniger als die Haelfte. Wer nicht viel Platz hat, kann auch nicht viel horten, ergo: darf nicht viel ‚brauchen‘.

5. Natuerlich spielen…

Ich habe es schon beschrieben in diesem Eintrag und sage es gerne immer wieder: unsere Kinder brauchen kein Klettergeruest, keine Schaukel, keine Knete und keine Kunstfedern.

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All das gibt’s naemlich kostenfrei direkt vor unserer Tuer: Baeume, Straende, Djungel, Wiesen, Muscheln, Sand, Ton und Matsch; Klippen, Steine, Saatgut, Blaetter, Nussschalen….Wir sammeln Dinge zum aufkleben und basteln in der Natur und dort wird auch meist getobt, geklettert, geschaukelt und phantasiert.

Klar, ab und an kaufen wir auch mal ein Paeckchen Glitzer oder buntes Papier, weil es Spass macht,aber grundsaetzlich notwendig ist das wirklich nicht.

6. Fernsehlos…

Keiner der drei Kurzen weiss wer Elsa und der Rest von Disney’s ‚Eiskoeniginnen‘ Crew ist. Taeglich prangen sie uns entgegen von Rucksaecken, Schuhen, Jacken – es ist fast so als ob die gesamte Vorschul-Welt infiziert ist von diesem Film. Wir kennen weder den Streifen, noch das Lied, noch den Hype. Somit koennen alle drei Kurzen auch weiterhin aus Brotdosen essen, von denen uns keine Elsa anlaechelt.

Die Entscheidung unsere Kinder ohne Fernseher aufwachsen zu lassen ist eine der Besten soweit. Und fuer uns bringt sie den ueberaus angenehmen Nebeneffekt mit sich, dass es auch uns Langen schiet-egal ist was man gerade tut oder traegt oder hat. Braucht naemlich echt kein Mensch. Die Gehirnwaesche.

7. No poo…

Ja, auch wir sind diesem ‚Trend‘ auf den Leim gegangen und leben nun seit mehreren Wochen ohne Shampoo. Wir waschen uns aber nach wie vor und regelmaessig die Haare, aber eben mit Dingen die eh in der Speisekammer rumfliegen: Natron, Zitrone, Ei, Honig… Keine Chemie, dafuer gluecklichere Kopfhaut und einen Batzen Geld gespart.

8. Selbermacherei…

Das ist der vielleicht Kosten sparsamte Punkt. Selbermachen. In Neuseeland ganz gross. Wir leben in der Nation des DIY (Do it yourself). Zumindest suggeriert das der oertliche Baumarkt, bei dem wir uebrigens nach Moeglichkeit nicht einkaufen, weil alles so horrend teuer ist. Der Schrottplatz und Flohmaerkte/Garagesales sind da eher unser Pflaster.

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Aber wir machen selber. Alles was wir koennen, oder auch noch nicht koennen und eben lernen muessen/duerfen/sollen/wollen. Das gilt fuers kochen, fuers Holz hacken, fuers putzen, fuers dekorieren, tapezieren, malen und vorallem und an allererster Spitze: fuers reparieren. Nicht immer geht alles gut und wird wieder heil, aber oft. Und wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Richtig??

 

 

 

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