Segeln mit Kindern

Gewinnen oder was lernen

Und da dachten wir doch tatsaechlich wir haetten gleich zwei richtig gute Faenge an der Angel….

Der Super Flop

Unser Budget ist begrenzt, und desto weniger Geld fuer unser Boot ausgeben, desto laenger koennen wir unterwegs sein. Logisch irgendwie. Und obgleich wir eigentlich keine Billig Konsumenten sind und wissen dass Qualitaet ihren Preis hat, so sind wir doch passionierte Schnaeppchenjaeger. Und da tauchte es auf: ein grossraeumiges,  (angeblich) seetuechtiges Boot, mit Achterkajuete und Mittelcockpit an dessen Bug die Ziffer $80,000 prangte. (Nur der Vollstaendigkeit halber: es ist hier durchaus gaengig 20-30%, oder noch mehr, vom Verkauspreis herunterzuhandeln, eh man sich einig wird.)

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Das Boot: Bruce Roberts, 45 Fuss, gebaut 1993, mit bereits vielen Seemeilen im pazifischen Raum unterm Kiel. Photos sahen super aus. Der Haken: Bereits unter Vertrag. Mist?

Nee, unser Glueck – so stellte es sich heraus. Wir waren die zweiten Interessenten in der langen Reihe der Anstehenden und somit verriet man uns wann und wo das Boot aus dem Wasser gehoben wuerde, um den Gutachter dran zu lassen.

Osmose ist beim Bootskauf ein allgegenwaertiges Thema und die Beschreibungen gruseln mir. Ein unversehrter, zuverlaessiger und stabiler Rumpf ist fuer mich und unsere Sicherheit das A und O. Was wir hier aber zu Gesicht bekamen, stellte bei mir jedes Haar auf. Ein total verknubbeltes Unterwasserschiff kam zum Vorschein. Frisch gestrichen allerdings. Einfach ueber die Osmose drueber gepinselt. Tss tss tss…

Hinzu kam ein schrottiges Teakdeck – weit jenseits des Punktes ohne Wiederkehr.

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Unser Top-Favorit

Eine Amel Sharki, die 27te, die jemals vom Stapel gelassen wurde. Im Jahr 1980. So alt wie ich – das kann gut oder auch schlecht sein; und haengt vom aktuellen Schlafpensum ab. Alter ist eben relativ. Eine Bootsmaklerin, mit der ich ueber ein anderes Boot sprach, welches soeben vom Markt genommen worden war, weil die Besitzer es sich doch anders ueberlegt hatten, erwaehnte dass sie ihre Ketsch auch verkaufen wolle. 39 Fuss, Blauwasser erprobt und gut ausgestattet mit Radar, Wasseraufbereiter, Solaranlage und all dem anderen Klimbim den man auf hoher See so brauchen koennte.

Nachdem wir uns im www ein bisschen schlau gemacht hatten wer Henri Amel war, und mit welcher Philosophie seine Boote gebaut werden, konvertierten wir zu Fans diesen Mannes und sind nun bekennende Amelisten. Irgendwie erstaunlich, dass dieses Wort nicht meine Erschaffung ist. Nein, es scheint eine ganze Bevoelkerungsgruppe zu beschreiben.  Amel Groupies quasi. 🙂

Zwei Mal haben wir uns den Kahn angeschaut; beim zweiten Mal gar stundenlang. Mit Picknick an Bord und Probeliegen, Probespielen und Probeklettern. Recht abgenutzt, nicht unbedingt sauber, offensichtlich viel gesegelt (total abgelutschte Winschen, z.B.), aber clever umgemodelt. So hat der Vorbesitzer die bei Amel typscherweise winzige Kombuese enorm effizient vergroessert – fuer Dauerhungrige, wie unsere drei Kurzen, enorm von Vorteil. Ausserdem hat jede Amel diese kleinen, genialen Widgets (siehe Woerterbuch: Dingsbums {n} [ugs.] [Gegenstand, dessen Name unbekannt ist]), die einem das Leben erleichtern, oder es einfach nur sicherer machen.

Aber eng wars. Ziemlich eng.

Dass wir in unserem neuen Leben noch enger zusammen ruecken werden, ist uns klar. Und wir hoeren auch von 5koepfigen Familien, die in 32 Fuss Booten den Antlantik ueberquert haben. Und bis auf zertretene Zehen keinen Schaden genommen haben. Das moechten wir trotzdem und definitiv nicht nachmachen! Weder wollen wir derzeit ueber den Antlantik, noch uns die Zehen zertreten, noch beim ersten Tiefdruckgebiet das ganze Unternehmen abblasen, weil wir uns in einem Miniatur-Salon die Koeppe einschlagen.

Die Sharki ist ein eher kleineres, und somit auch bezahlbareres, Amel Design. Vielleicht kehren wir nochmal zu unseren Zahlen zurueck und schauen was noch geht, denn Amelisten sind wir jetzt schon ein bisschen. Wieder was gelernt.

Collage_Fotor.jpg

Top-Favorit, die 2te

Und waehrend ich an diesem Blog Eintrag bastele, offenbart sich eine neue Schoenheit an unserem Amelisten Horizont: Eine Amel Maramu, dessen Eigner so gerade in meiner Heimatstadt Hamburg das Zeitliche gesegnet hat. Das Boot liegt in Neu Kaledonien – welches weit oben auf unsrer Wunschliste steht – und wir sind in die erste Phase des Bootskaufes, namentlich die Frag-Loecher-in-den-Bauch Phase, voll eingetaucht.

Bericht erfolgt, sobald wir mehr wissen.

 

 

 

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