Elternschaft

JETZT ist die Zeit

Wer haette das gedacht? Die vielleicht meist gestellte Frage an uns lautet: „Koennen eure Kinder denn schon schwimmen?“.

Nein, koennen sie nicht. Aber warum denn auch? Sie werden Schwimmwesten haben und diese auch tragen. Ist doch klar.

Aber mal abgesehen davon, werden wir in unserem neuen Leben von Wasser umgeben sein, taeglich und immerzu, und wir werden jederzeit schwimmen koennen – so die Wettergoetter uns gnaedig sind. Die drei Kurzen werden an der Stelle eben jenes lernen, welches sie brauchen – an eben dieser Stelle.

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Vorschule

Vergleichbar ist die hierzulande oft diskutierte Frage ob ein Kind schon seinen Namen schreiben kann und das Alphabet kennt, wenn es in die Schule kommt. Und der damit enstandene Druck, auf Kindergaerten und Eltern, Kindern Vorschul Bildung zukommen zu lassen. Ich dachte immer Kinder gingen in die Schule um dort und dann das Alphabet und Schreiben zu lernen. Und in ihrem Vorschul Leben sollten sie doch lieber spielen, spielen und spielen.

Das Hier & Heute

Keines unserer Kinder kann also schwimmen, was in Anbetracht ihres Alters ja auch nicht so verwunderlich ist (1, 3 und 5). Die Kurzen koennten natuerlich von nun an an zwei Nachmittagen in der Woche in Chlor gebleichtem Wasser plantschen, in der Hoffnung dass wenigstens eines unserer Kinder bei Ablegen des Schiffes sein Seepferdchen in der Tasche hat. Das wuerde uns einiges an Schwimmbad Eintrittsgeldern kosten, womoeglich Kosten fuer einen Schwimmkurs, und lange Auto Fahrtzeiten. Auf unserer laendlichen Scholle ist Schwimmbad Vergnuegen rar gesaet, und wir begnuegen uns meist und viel mit knietiefem Fluss und knoecheltiefem Meer.

IMG_1361_Fotor.jpgWir sind aber doch auch noch an Land und haben hier ein Landleben zu leben. Hier und heute. Wir sammeln Kastanien und Passionsfruechte, ernten Aepfel, Kuerbisse, Walnuesse und Feijoas und fuellen unsere Speisekammer und Baeuche fuer den Winter. In Neuseeland ist Herbst und es ist allerhoechste Erntezeit. Es wird langsam zu kalt zum Schwimmen in natuerlichen Gewaessern und wir rascheln lieber durchs Laub, machen Lagerfeuer und basteln Laternen.

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Volle Immersion

Was die Vorbereitung auf einen anstehenden Lebenswandel angeht, bin ich sehr minimalistisch eingestellt. Als ich im zarten Alter von 12 Jahren von Deutschland nach Portugal umzog war Englisch mein schlechtestes Schulfach. Nach ein paar Wochen auf der Internationalen Schule (ganztags und rein englischsprachig) war das Problem Englisch fuer den Rest meines Lebens geloest.

Ron und ich fuehren heute eine Baeckerei, die die vielleicht besten Sauerteigbrote Neuseelands herstellt. Keiner von uns ist gelernter Baecker oder hat jemals eine Unterweisung in der Kunst des Sauerteigbackens erhalten. Wir haben angefangen zu lernen, als wir anfingen zu backen.

Wer backen kann, kann auch segeln

In diesem Sinne werden sich auch die noch mangelnden Segelkenntnisse bei dem Baecker einstellen. Nicht von alleine und automatisch, aber mit Interesse, nachlesen, nachfragen und ausprobieren. Und unsere anfaengliche Toernplanung wird ziemlich deckungsgleich mit dem Weiterbildungsangebot der neuseelaendischen Kuestenwache sein.

Lernen in voller Immersion ist sicherlich die effektivste, schnellste und sorgfaeltigste Art zu lernen.

Und wer kaeme schon auf die Idee das Gehen am Gehwagen zu ueben, obgleich er noch gut zu Fuss ist und das Altersheim in weiter Ferne liegt?

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